Hier
finden Sie eine Beschreibung, wie die Vaterschaft eines
Kindes mit modernsten wissenschaftlichen Methoden geklärt wird.
Jeder Mensch hat von seiner Mutter einen vollständigen Chromosomensatz geerbt,
ebenso einen von seinem Vater. Es liegt also jedes Chromosom doppelt vor - wir haben einen doppelten
Chromosomensatz. Dabei unterscheiden sich die jeweiligen Kopien eines Chromosoms, man findet Unterschiede
zwischen einzelnen Menschen und zwischen den Chromosomen. In bestimmten Regionen des
DNA-Stranges wird eine kurze DNA-Sequenz mehrere Male
wiederholt. Die Anzahl dieser Wiederholungen ist zwischen den Menschen bzw.
den Chromosomen verschieden. Für jede dieser DNA-Regionen (Marker) gibt es zwischen 5
und 100 unterschiedliche mögliche Varianten, die wiederum unterschiedlich
häufig in bestimmten Bevölkerungsgruppen vorkommen.
Beim Vaterschaftstest wird die Anzahl dieser Wiederholungen für mehrere solcher Marker für den
vermuteten Vater und das Kind untersucht. Erhält man bei den
untersuchten Merkmalen je mindestens eine Übereinstimmung zwischen untersuchtem Mann und Kind, so ist dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Vater des Kindes. Werden für mindestens drei Merkmalen keine Übereinstimmungen gefunden, dann liegt keine Vaterschaft vor. Einzelne Nichtübereinstimmungen können durch Mutationen zustande kommen. Werden auch Proben der Kindsmutter analysiert, fällt das Ergebnis des Tests mindestens 100mal genauer aus, da dann jeweils ein Merkmal der Mutter zugeordnet werden kann, und nur noch das übrigbleibende mit dem vermuteten Vater verglichen werden muss.
Durch die sog.
Polymerase-Kettenreaktion (PCR), werden
die speziellen DNA-Regionen mit den Sequenz-Wiederholungen im Labor vervielfältigt.
Anschließend wird ihre jeweilige Länge und dadurch die Anzahl der Wiederholungen
gemessen.
Mit moderner Software wird dann aus statistischen Daten und den
übereinstimmenden Merkmalen die exakte
Wahrscheinlichkeit der Vaterschaft berechnet.
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